Die Tradition der Leichenzüge nac
h römischem
Vorbild gelangte noch
einmal am französischen Hof zu neuer Blüte, wo man den verstorbenen
König als Puppe mit einem Wachsabdruck des Gesichts und der Hände,
bekleidet mit Krönungsmantel und ausgestattet mit allen Insignien,
in einem öffentlichen Umzug zur letzten Ruhestätte geleitete.
In der Zeit der Aufklärung änderte sich die Bedeutung der Totenmaske
erstmals. Es entwickelte sich nun die Vorstellung einer persönlichen
Erinnerung und besonderen Wertschätzung des Verstorbenen. Der
traditionelle, rituelle Charakter trat in den Hintergrund. Die
Totenmaske verstand man nun als Abbild des letzten Ausdrucks und der
Summe eines individuellen Lebens.
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